"Meinungen - Zuschriften - Rezensionen"
Viele Briefe, E-Mails und Reaktionen von Redaktionen (Nikkei), Nachrichtenagenturen (DPA), (National Gepgraphics) und auch von verschiedenen Fernseh- und Radiosendern gab es inzwischen auf meine Texte zu meinen Thema "Grenzsoldat an der Berliner Mauer".Interessant besonders waren ausfühliche Meinungen von Usern aus aller Welt :
Klaus: Arequipa/Peru 19.07.2006 um 21:28:09:
Hola de Peru!
Bin durch
einen Link auf ihrer Seite gelandet und habe fast den ganzen
Vormmittag, dank der schlechten Saison, auf dieser Seite geblieben. Ein
schoener Schreibstil und einige Erinnerungen an meine NVA-Zeit(1983-85)
wurden zum Leseerlebnis. ...... Diese Zeit war auch nicht fuer mich die
schoenste, aber aus der Entfernung kann man heute doch schon ueber
viele Sachen lachen. Schnell wird vergessen und eigendlich keiner weiss
das wir auch unter Bedingungen wie im Strafvollzug, Spass haben
konnten. Und wo einer strandete, das zeigt ihre Geschichte, wusste man
wirklich nie.
Ich selber
lebe seit mehr als zwei Jahren in Peru, arbeite im Tourismus und habe
Familie. Schreibe selber ein bisschen um das Erlebte hier in einer doch
anderen Welt zu erzaehlen und zu kommentieren.
Grosses Lob nochmals fuer diese Homepage und fuer die Zukunft noch viele neue Gechichten.
Saludos Klaus
Anne Z.
Guten Tag,
mit Begeisterung habe ich ihre Seite gelesen, vor allem Mein Waffengang hat mich persönlich sehr interessiert. Wann setzen Sie die Geschichte fort?
Eric: Rotterdam 01.07.2006 um 15:46:19
"Ich habe
aus Ihren Seiten gelernt was ich vorher nur vermuten konnte: Die
Grenzsoldaten der DDR, die an der Mauer standen haben ihren Job auch
nicht besonders gerne gemacht. Es war teilweise grauenhaft, teilweise
auch sehr witzig mal einen Einblick in Ihrer persönlichen
Erfahrung zu haben."
Bettina: D-53111 Bonn 26.07.2006 12:06
Hätten
Sie Interesse, japanischen Schulgruppen (Alter ca 16-18 Jahre) von
Ihren Erfahrungen zu berichten ? Ich denke an einen Vortrag, wenn
möglich mit Bildern, und Zeit für kurze Gespräche,
insgesamt vielleicht 1 Stunde. Einen Dolmetscher würden wir
mitschicken, um Räumlichkeiten können wir uns auch gerne
kümmern, falls Sie nicht sogar lieber mit den Schülern an
Orten der ehemaligen Mauer unterwegs wären.
T.H: Bern CH 28.08.2006 16:04
Hallo Herr Hebstreit,
ich hab heute erst Ihre Seite gesehen, ich bin durch Wikipedia drauf
gekommen. Ich weiß nicht, ob Sie die Seite noch pflegen. Ich finde
allerdings gut, daß Sie darüber schreiben, auch mutig. Ich glaub, ich hab noch nie so viel darüber gelesen. Ich staune zudem, wie viele Bilder Sie haben, ich habe nur ein einziges aus dieser Zeit, unter den abenteuerlichsten Bedingungen aufgenommen.
Ich bin fast 20 Jahre jünger. Mein Dienst war viel später, erst
1987/88, also schon während der Endphase, der es an Skurrilem nicht mangelte. Und doch hab ich so vieles wiedererkennt, was ich auch erlebt hatte. Gelegentlich kommt bei mir eine Erinnerung hoch, ausgelöst durch irgendeinen Geruch (feuchte Erde!) oder kalten Windstoß ...
Selbst mich entsetzt es, wenn ich Ihren Text über Waffen lese. Ja, da ist viel Wahres dran. Ich hatte schon als Kind ein ganzes Arsenal an Handfeuerwaffen, darunter zwei Kalaschnikows, eine mit und eine ohne Kolben, sowie eine Panzerbüchse, dazu mehrere Pistolen ... Und eben, seit der 9.Klasse hab ich mit der KK-MPi geschossen, jeder von uns, auch die ganze Lehrzeit hindurch, immer wieder. Dabei war ich selbst mit 20 noch nicht so weit. Und die meisten von uns waren erst 18. Ich hab eigentlich erst nach ein paar Monaten als Soldat zu ahnen begonnen, was eigentlich vor sich ging und daß wir alle dort benutzt wurden für etwas, das niemand mehr durchschauen konnte.
Ich hab zwei Vorkommnisse mit Waffen erlebt: einen Schuß beim Entladen einer MPi nach gestandener Wache sowie einen Pistolenschuß eines wachhabenden Offiziers im Wachgebäude, im Raum waren sechs oder sieben Personen. Beide erfolgten aus simpler Unachtsamkeit.
Ich will nicht wissen, wo meine MPi hingekommen ist, ob sie vielleicht noch Leid angerichtet hat. Ich hatte eine AK-74N (5,45mm), sie war noch nagelneu. Sie wird wohl zusammen mit meinem SPW in die Türkei gewandert sein, oder sonstwohin.
Was Mauerschützen angeht, so ist dies sicher eine schwierige Sache. Natürlich kann man heute fragen, warum er nicht vorbeigeschossen hat, und warum er überhaupt geschossen hat. Aber ich behaupte, man wird heute kaum mehr eine Beantwortung dieser Fragen hinbekommen, die unter denselben psychischen und ideologischen Bedingungen und derselben menschlichen Reife zustandekommt, wie damals bei einem jungen Kerl,
der zuvor all die Entwicklung in Schule und Lehre durchgemacht hatte. Ich bin froh, daß ich nie in diese Situation gekommen bin, denn das Abdrücken (und Treffen!) hatte man mir bis dahin wirkungsvoll eingeprügelt. Das Denken kam erst später. Und eben, das Sprechen auf dem Zimmer war schwierig.
Heute lebe ich in der Schweiz. Und ich sehe wieder eine
durchmilitarisierte Gesellschaft mit Waffen in vielen Haushalten. Beim Zürcher Knabenschießen sieht man regelmäßig Jugendliche mit militärischen Waffen bis zum MG schießen, als Sport, und es gibt den Waffenlauf, eine Art Biathlon ohne Ski, dafür mit Sturmgewehr. Mein Kollege nahm mich einmal im Auto mit. Im Handschuhfach hatte er seine Militär-Pistole, er müsse heut noch seine Schießübung abnehmen lassen. Die Armee hat ein ganz positives Image. Es ist sehr merkwürdig.
Gruß aus Bern T.M.
Christian: Düsseldorf 11.08.2006 um 21:09:49
Guten Tag !
Habe mich
in Ihren Geschichten richtiggehend festgelesen. Sehr interessant, vor
allem für jemanden, der sehr viel jünger aber geschichtlich
interessiert ist. Ein "interner Blick" von der damals anderen Seite des
Vorhangs erklärt so Einiges und zeigt Parallelen, sogar zur
Bundeswehr. Obwohl ich meinen Dienst erst 1996 abreissen musste, konnte
ich einige Strukturen wiedererkennen..... preussischer Kasernendrill
ist allem Anschein nach sehr hartnäckig und überdauert Zeit
und Systeme mühelos. Stiefel schwärzen, verpissen und Dienst
mit miserabler Ausrüstung (G3 von 1963,
Holzschulterstütze....sehr schick;-)), bin selber BJ 1971) sowie
sinnlose Befehle und teilweise selten dämliche Vorgesetzte sind
mir zu gut in Erinnerung. Das war teilweise richtiggehend grotesk (z.
Bsp. "kampfertgesteigerte" Gasmaske mit Stöpselöffnung, damit
man Suppe schlürfen kann, ohne die Maske abzunehmen...da hat sich
in Berlin oder Bonn aber mal jemand richtig Gedanken gemacht!!)
Danke für die kurzweiligen Zeilen und die kritischen Untertöne.
R. Döring 01.05.2006 23:46
Guten Tag,
klasse Seite die Sie da über Ihre Zeit als Grenzsoldat nieder
geschrieben haben und auch wenn Sie zu einer Zeit gedient haben, wo ich
noch nicht einmal geboren war, finde ich mich in vielen Ihrer
Aufzeichnungen wieder.
Klar, jeder hat seine ganz persönlichen und bleibenden Erinnerungen
aber die Zahnpaste war auch bei uns noch Clorodont, das Scheuermittel
in den Waschräumen stank immer noch nach Chlor, die Wurst war die selbe
wie bei Ihnen und die Marmelade gab es auch noch aus dem Pappeimer, der
E war ein E, der Swipi ein Zwischenpisser und der Al der Glatte, die
Vergatterung war auch noch die die Verknatterung und der Grenzdienst
genau so beschissen und öde wie bei Ihnen, nur so etwas wie
Leuchtspurmuni gab es nur noch ganz vereinzelt und so weit ich mich
erinnern kann im Stadtgebiet gar nicht mehr, es war den da oben sehr
daran gelegen, das der Klassenfeind wohl nichts mitbekommen sollte wenn
etwas passiert, abgesehen vom eigenen Volk was ja auch Augen im Kopf
hatte.
Die Einstellung von mir und der meisten meiner Kameraden war wohl die
gleiche wie zu Ihrer Zeit, man wurde befohlen etwas zu schützen, was
einem eigentlich am Arsch vorbei ging und das war diese Mauer, diesen
Staat, seine Machthaber und seine Lakaien in vorm von irgend welchen
Art von kleinen Unteroffizieren bis hin zu den großen Generälen. Ich
selbst bin 1969 geboren und wurde genau zu meinem 19. Geburtstag am
04.05.1988 nach Wilhelmshagen einberufen und durfte am 28.10.1998
meinen Heimgang antreten, ich war also einer der, welche blöder weis
noch volle 18 Monate dienen durfte und somit bis auf genau 11 Tage die
letzten und wirklich heißen und dramatischen Stunden am Kanten in
Berlin miterlebt habe und ehrlich mir wird heute noch mulmig im Bauch
wenn ich an diese Zeit denke als ich wirklich zu Gott bettete das diese
Sache für mich dort gut ausgehen würde, den ganz ehrlich, als das Volk
aufstand und in Leipzig und später wie am 7. Oktober in Berlin auf die
Straße ging, habe ich erwachsene Männer gesehen, Männer die älter und
erfahrener waren wie ich, Männer die verheiratet waren und Familien
hatten, Männer die genau wie ich nur ihren scheiß Wehrdienst leistet
und genau wie ich mit einem Gewehr und nit Ihrem Rücken an einer weißen
blanken Wand standen, auf einem Turm saßen oder sonst wo Ihren Posten
schoben, den
en die Angst buchstäblich ins Gesicht geschrieben stand, weil Sie
wohlmöglich gezwungener Maßen zu einem falschen Zeitpunkt an einem
falschen Ort waren, wenn Sie verstehen.
Ich habe gesehen wie unser Fuhrpark, sprich unser SPWs voll
gefechtsbereit aufgemumpelt wurden und auf dem Kasernen Hof bereit
standen, ich habe gesehen und miterlebt wie Offiziere und Vorgesetzte
sich vor Ihrer Verantwortung drückten und sich nicht mal für einen
Moment am Kanten sehen ließen und ich selbst mit meinem Zug keine
Wachablösung zur Nachtschicht vornahm, sondern meine Kameraden und ich
auf dem LKW sitzend, genau an der Hinterlandsmauer in der Wollangstraße
Stellung bezog und man die Rufe des Volkes von der Schönhauser Allee
hörte und sich die Generäle, Oberste, Leutnants und was es nicht alles
gab sich feige verkrochen und uns mit ein paar jungen Unteroffizieren
und einem jungen Feldwebel allein auf der Straße stehen ließen.
Klar hatten wir alle einen Eid abgelegt und versprachen unsere Volk zu
schützen aber diesen Eid hätte ich und alle anderen auch abgelegt wenn
ich nach Eggesien ins Sandmeer gekommen wäre und als Mottschütze 18
Monate Panzer ein und ausgegraben hätte oder als Heizer auf irgend
einem verlassenen Stützpunkt für warmes Wasser der Kameraden gesorgt
hätte und keinem der vielen tausend Grenzsoldaten in 28 Jahren Mauer in
Berlin und an der inner deutschen Grenze war wohl wirklich bewusst das
die tägliche Vergatterung, sehr schwerwiegende Folgen für Ihn
persönlich haben könnte und er wohlmöglich als Mörder oder Straftäter
für versuchten Totschlag einmal vor dem Kadi stehen könnte.
Ich mein nicht das ich empfinde das die Mauer oder auch Ihre Opfer auch
nur zu einem Zeitpunkt vor oder während meiner Lebenszeit eine
Berechtigung hatten, den als Sie gebaut wurde, war ich noch gar nicht
geboren und als Sie viel gerade mal 20 Jahre alt, ich empfand auch nie
das es eine Mauer gegen den Westen war, sondern nur eine gegen das
eigene Volk, mir hat es weder was bedeutet ein Grenzer zu sein noch
empfand ich mich irgendwie meinem Land verpflichtet auch wenn der
Wehrdienst eine Pflicht für jeden männlichen DDR Bürger war, so hat er
mir doch eigentlich nur 18. Monate meiner Jugend gestohlen und hätte
mich wohlmöglich in eine ziemlich beschissene Situation bringen können,
aber der Liebe Gott war wohl wirklich mit mir und selbst an einem Tag
(ca. drei Wochen vor meiner Entlassung) wo es wirklich bei uns im
Abschnitt einen Zugriff gab wurde gerade mein Postenpaar von einem Turm
nach ca. 4 Stunden an eine andere Stelle im Abschnitt befohlen und das
Paar was dort stand g
ing dann auf den Turm, ja und ca. 1 h Stunde später hatten die dann ein
Alarm mit Zugriff und ich konnte Gott danke sagen, mit weisen
Handschuhen meine goldene Schicht schieben zu dürfen. Es gehörte wohl
zu dieser Zeit wirklich etwas Glück dazu nicht zum falschen Zeitpunkt
am falschen Ort zu sein, grins.
Nun gut am Ende ist ja alles gut für mich und auch meine Kameraden und
mein Volk ausgegangen, kein Schuss ist mehr gefallen, die Mauer zerfiel
innerhalb kürzester Zeit zu Staub und dort wo wir einst auf der Straße
standen und hofften das die Wut des Volkes sich nicht irgendwie in
unsere Richtung entladen würde, fahren nun Autos oder man kann zu Fuß
einfach unter der S-Bahnbrücke die Seite besuchen von der man manchmal
bloß einige Meter entfernt war oder die man nur von weiten sehen
konnte.
Ob jetzt alles besser oder schlechte ist sollte jeder für sich
beurteilen, mir persönlich hat die Wende ganz klar nach vorne gebracht
aber ich bereue auch nicht die DDR und eine anderes System erlebt
zuhaben und daher finde ich gut das Leute wie Sie die Dinge so
darstellen wie Sie wirklich waren, wie lächerlich und auf der anderen
Seite gefährlich dieses System war, was für ein jämmerlicher Haufen
doch unsere Armee war und Soldaten im Grundwehrdienst wie Sie und ich
diese Zeit als ein hingenommenes muss empfanden, die möglichst bald
vorbei geht und man als bald wieder zu seinen lieben nach Hause kann
und wir auf keine Fall schießwütige, blutrünstige Schlächter waren wie
es oft und gern auch heute noch dargestellt wird. Diese Grenze war
sicherlich eines der Unmenschlichsten Bauwerke nach dem Krieg, Sie hat
sicher viel Leid und Kummer über die Menschen beider Seiten gebracht
aber der kleine stinknormale Grenzer, war oft und meistens ein ganz
normale einfacher Menschen die nich
t mal wussten warum Sie an die Grenze kamen und tausende vor mir und zu
meiner Zeit haben es auch nicht gewusst und wahrscheinlich tausende
nach mir auch nicht, hätte unsere Erich mit seinen 100 Jahren Mauern
recht gehabt. Von daher noch malst vielen Dank für Ihre Seite, sie ist
wirklich sehr authentisch Geschrieben und hat in mir viel Erinnerungen
geweckt, bitte machen Sie weiter so.
Mit freundlichem Gruß
R. Döring.
Phil, Deutschland, Bundeswehr:
Sehr interessante Seite! Bin schon des laengeren auf der Suche gewesen
ueber Berichte aus dem Truppenalltag der NVA, und hier -mehr oder
weniger aus Zufall- fuendig geworden. Ausserdem sind die Texte klasse
geschrieben, macht Spass zu Lesen.
Bin selber bei der Bundeswehr und es hatte mich halt immer schon
interessiert, wie das militaerische Leben von den DDR-Soldaten
aufgefasst wurde.
Sie machten Andeutungen darueber, u.U. die alten Kompanieunterlagen
Ihrer Einheit einsehen zu koennen, bitte halten Sie mich doch auf dem
Laufenden wenn sich auf Grund dessen oder natuerlich auch aus anderen
Gruenden/Anlaessen eine Erweiterung oder Ergaenzung Ihrer Seite ergibt.
Abschliessend nochmal "Lob und Anerkennung" fuer Ihre tolle und informative Homepage!
Tiffany C. Berlin 02.02.2006 20:44
Hallo
Die Sachen , die ich gerne Erfahren möchte, sind, wie waren ihre Eindrücke?
Könnten Sie mir näher erläutern, wie die Stimmung war? Ich möchte gerne wissen,
wie man sich den Tagesablauf zur Zeit der Mauer vorzustellen hatte.
Ich würde gerne mehr über Ihre Eindrücke vom Leben zur Zeit der Mauer
erfahren.
Haben Sie selbst irgendwelche besonderen Sachen oder Ereignisse erlebt,
etwas das sie noch seht stark in Erinnerung haben?
Wie standen/stehen sie zur der Politischen Einstellung? Wie war der Tag für
Sie als die Mauer fiel?
Waren sie erleichter, geschockt oder war es Ihnen egal?
Bereuen Sie es, das die Mauer gebaut wurde?
Denken Sie es war eine gute Lösung eine Mauer zu bauen?
Mit freundlichen Grüßen
Tiffany C.